Heilfasten! Wissenschaftlich hungern? 7 Fakten zum Fasten

Heilfasten! Wissenschaftlich hungern? 7 Fakten zum Fasten

Januar 20, 2019 0 Von gesundveganleben

 „Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel und Eure Heilmittel Eure Nahrungsmittel sein.“ Hippokrates (460-370 v.Chr.)

Was ist Heilfasten?

Heilfasten ist eine super Maßnahme, um “Mitochondrien”, unsere Kraftwerke der Zellen anzukurbeln. Dies wurde auch bereist im letzten Beitrag “Lipödem” erwähnt, ist Heilfasten eine super Maßnahme, um Mitochondrien anzukurbeln. Wie genau Heilfasten wirken und Krankheiten heilen kann, erfahrt Ihr hier.

Das Fasten ist der freiwillige Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel für eine begrenzte Zeit. Bei gut durchgeführtem Fasten ist Deine Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt. Auch ein Hungergefühl verabschiedet sich schnell.

Heilfasten betrifft Körper, Seele und Geist. Es muss jedoch nicht religiös motiviert sein. Oft dient es zur Vorbereitung auf eine Ernährungsumstellung und Entgiftung.

 

1.   Warum fasten?

Aus gesundheitlichen oder religiösen Gründen fasten viele Menschen. Auch um Übergewicht, zu verlieren oder ihren Körper zu entgiften, körperlich wie geistig.  Heilfasten beinhaltet viele Vorteile, die in unzähligen Studien bewiesen worden sind.

Fasten ist etwa so alt wie, die Menschheit. Evolutionär gesehen, ist unser Organismus nicht dafür angelegt dreimal täglich, beispielsweise alle 5 Stunden zu essen. Der Mensch aß über Jahrtausende un-regel-mäßig, einmal viel, wenig und oft auch einfach nichts.

Dieses regelmäßig, übermäßige und dann oft viel zu zuckerhaltige Essen, ist nicht natürlich. Erst recht ist es nicht gesund für unseren Organismus und unsere Zellen.

Folgen sind daher langfristige chronische Erkrankungen. Diese könnten so einfach durch eine ausgewogene Ernährung, mit häufigen Fastentagen verbessert und /oder eliminiert werden.

 

2.   Gegen welche Krankheiten hilft es?

Da das Heilfasten zu einer Zellerneuerung und Entgiftung beiträgt, hat es auch viele positive Auswirkungen auf den Heilungsverlauf von einer Vielzahl von Krankheiten wie:

Stoffwechselerkrankungen:

  • Adipositas,
  • Diabetes,
  • Hyperlipidämie,
  • Fettstoffwechselstörungen,
  • z. B.: Lipödem, Hyperuricämie

Herz-Kreislauf -Erkrankungen:

  • Bluthochdruck,
  • Rauchen,
  • Koronare Herzerkrankungen,
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit,
  • Chronischer Stress,
  • Herzinsuffizienz,
  • Periphere Lymphstauung

Chronisch degenerative bis hin zu rheumatischen Erkrankungen:

  • Arthritis Ganzheitsmedizin, Michalsen, A,:Ernährungstherapie und Therapeutisches Fasten in der Naturheilkunde,
  • Arthrose,
  • Fibromyalgie (chronisches Schmerz Syndrom),
  • Multiple Sklerose (Studie)

Magen- Darm- Erkrankungen:

  • Gastritis,
  • Colitis Ulzerosa,
  • M. Chron,
  • chronische Obstipation

Allergie:

  • Asthma, Neurodermitis, Schuppenflechte

Psychisch und physische Erschöpfungszustände:

  • Depressive Verstimmung,
  • chronische Müdigkeit,
  • Burn- Out,
  • Rückenschmerzen,
  • Schlafstörungen,
  • Krebserkrankungen

 

3.   Wie viele Arten des Fastens gibt es?

Schnelles Fasten für den Alltag

  • Intermittierendes Fasten (Oder Intervall Fasten (5:2,16:8),
  • 5: 2 bedeutet: 5 Tage normal essen und 2 beliebige Tage fasten,
  • 16:8 Fasten bedeutet: 16 Stunden nichts und 8 Stunden essen
  • Dinner Canceling oder spät frühstücken (Kurzeitfasten)
  • Basenfasten(es werden nur basische Lebensmittel gegessen, mind. 8 Stunden keine Nahrungsaufnahme in der Nacht)
  • Molke Kur ist ein Protein-basiertes Fasten mit Molke (Anemueller, 2000).
  • Zu den weiteren Variationen des Fastens zählt das Schleimfasten (z. B. aus Hafer oder Buchweizen) oder in Einzelfällen das Tee- oder Wasserfasten.

Fasten in der Freizeit

  • Religiöses Fasten (Im Islam, Christentum, Judentum und Hinduismus z. B.)
  • Schrothkur (nach Jakob Schroth) ist eine vegetarisch kohlenhydratreiche Kost und besteht aus Tagen an denen im Wechsel mal viel, mal wenig getrunken wird (weniger als ein halber Liter Flüssigkeit) und «Dunstwickeln» (Schrothsche Packungen, welche den Körper die ganze Nacht  über einhüllen und durch Wärmflaschen erwärmt werden) (Brosig, 2001)
  • Fastenwandern eher für junge Leute, oder Übergewichtige

Selbst heilen durch Fasten

  • Vegane Keto Kur nach Rüdiger Dahlke
  • Breuss Saftfasten Kur (6 Wochen oft bei Krebs angewendet)
  • Heilfasten nach Buchinger
  • F X Mayr Therapie (Tee-Wasser-Fasten, Keine Hülsenfrüchte, keine Vollkorn Gerichte, keine Rohkost, nur Dinkel-, Reis-, Haferschleim und Basen Suppen)

Vegane Keto Kur bringt´s

Die Keto- vegane Diät enthält viele gesunde Fette und Proteine mit wenig Kohlenhydraten – ganz ohne tierische Proteine. Sie ist glutenfrei und Low Carb.

Es werden Nahrungspausen von mindestens 12 h angestrebt. Also vor dem Schlafen gehen nicht essen oder das Frühstück nach hinten verschieben.

Je länger die Nahrungspausen desto besser kann sich der Darm und restliche Zellen des Körpers komplett regenerieren. Die besten Ergebnisse erzielt man ab einer Nahrungspause von 12-16 Stunden.

Die Ketogene Kur kann neurodegenerativen Erkrankungen und Krebs vorbeugen. Hier zu muss sie mindestens 2-mal im Jahr durchgeführt werden.

Das Gehirn und Herz können 25% besser arbeiten, wenn man auf den Fettstoffwechsel eingestellt ist.

Die meisten Menschen sind an einen Kohlenhydratstoffwechsel gewöhnt  (Siehe auch Beitrag Lipödem). Gluten sollte jedoch auf jeden Fall weggelassen werden.

Hier liegt auch der größte Unterschied in der veganen Keto Kur nach Dr. Dahlke. Denn alle anderen Fastenkuren sind oft Kohlenhydratreich. Sie basieren meistens auf dem Konsum von Getreideprodukten. Hier wird jedoch auf Gluten verzichtet.

Es wurde in mehreren Studien belegt, dass zu viel Gluten und Kohlenhydrate negative Auswirkungen auf unseren Körper und Geist haben. Hierzu kann ich auch das Buch „Dumm wie Brot“ von Dr. Perlmutter empfehlen. Er hat sogar seine Mutter vor Alzheimer bewahrt.

Eigene Erfahrungen:

Auch ich ernähre mich seit 6 Jahren weitgehend glutenfrei und fühle mich sehr gut damit. Des Öfteren habe ich bemerkt, dass es mir nach Konsum von glutenhaltigen Nahrungsmitteln wie Brot, Dinkel, Haferflocken, Nudeln etc. über mehrere Wochen nicht gut geht. 

Ich habe dann Magen- und Darmprobleme, häufig Kopfschmerzen und fühle mich viel schlapper und müder als sonst.

Besonders stark ist mir das jetzt vor kurzem wieder zu Weihnachten aufgefallen. Da hatte ich auch Besuch und mich etwas an ihn angepasst.

Trotz veganer Ernährung ging es mir mit den glutenhaltigen Nahrungsmitteln nicht gut. Es hat zwei Wochen gedauert bis ich mich wieder regeneriert habe.

Hinweis: Im April startet wieder eine 3-wöchige Detox/Fasten Challenge mit Dr. Dahlke und zwar online. Diese besteht aus einer Woche Entgiften und Entschlacken. Danach eine Woche fasten und zum Schluss, der Aufbau einer pflanzlichen langfristigen Ernährungsweise, mit Kurzzeit-fasten Sequenzen. Drei Wochen kein Gluten und kein Industriezucker. Hier bekommst Du Hilfe, um es durchzuhalten. HIER KLICKEN

 

4.   Wie fastet man eigentlich? Was ist zu beachten?

Wie bereits bemerkt, gibt es viele verschiedene Arten des Fastens, um es jedoch auch heilsam zu gestalten empfehle ich hier einige Tipps, die Dir beim Einstieg und Durchhalten einer längeren Fastenzeit helfen werden.

Entlastungstage: In der Regel sollte man als erstes gesund sein und etwas Zeit und Ruhe für das Heilfasten mitbringen.

Stell Dich geistig auf deine Fastenzeit ein, indem Du bereits ein paar Tage vorher auf schwere, ungesunde und süße Lebensmittel, wie die bösen Kohlenhydrate z.B.: verzichtest.

Sowie auf die anderen Lebensmittel, die während des Fastens nicht eingenommen werden sollten (Koffein, Nikotin, Alkohol, Gluten, Zucker).

Relax: Entspann Dich und gehe vor dem Fasten noch einmal in Ruhe einkaufen. Es soll ja für Deine Fastenzeit alles parat stehen. Nicht, dass Du mit knurrendem Magen einkaufen gehen musst und Dir dann etwas kaufst, was Du später bereust.

Darmentleerung: Je leerer der Darm desto weniger Hunger verspürst Du als Fastender. Hier ein Link zu meinem Blog Artikel. und dem Thema Darmreinigung ohne Einlauf .

In Verbindung mit dem Fasten empfiehlt Dr. Dahlke oft die Sharepflaume. Sie hilft sanft bei der Darmreinigung und liefert auch noch eine gesunde Süße.

Fastenbrechen: Das Fastenbrechen nach der Fastenzeit sollte als Neuanfang für eine gesunde Ernährung gewählt werden. Verfallt bitte nicht in alte, schlechte Muster zurück. Achtet bitte Ca. 3-4 Tage auf eine leichte Kost, um den Effekt des Fastens nicht zu eliminieren.

5.   Wie wirkt Heilfasten? Was passiert mit unserem Körper und Psyche?

Der Körper wird von Giftstoffen und zellulärem Müll befreit (vgl. Autophagie). Zelluläre Reinigung- zu Deutsch :“Selbstfressen“. Anfangs kann man etwas schlecht gelaunt sein, bei längerer Fastenzeit springt die schlechte Laune jedoch in Euphorie um.

Der Ketonstoffwechsel (Hungerstoffwechsel) setzt nach 24 Stunden ein, da ist in der Regel unser Glukosespeicher aufgebraucht. Ein Hungergefühl setzt nach ca. 6-8 Stunden ein und lässt nach ca. 2-3 Tagen nach.

Glücksgefühl beim Fasten

Wir fühlen uns freier, glücklich und voller Energie. Auch ein Gefühl von Arroganz kann einsetzen, da man ja fast ohne Nahrung (500 Kcal/Tag) auskommt und sich auch noch großartig fühlt. Hier solltet Ihr auf Euch achten und andere, „nicht Fastende“ nicht verurteilen.

Das hohe Glücksgefühl beim Heilfasten entsteht auch durch die Ausschüttung des Human Growth Hormons (auch Somatropin genannt) nach ca. 6-8 Stunden des Fastens.

Es ist zuständig für die Wiederherstellung von Gewebe,

  • Heilung, Zellregeneration,
  • Funktion der Organe,
  • von Knochen- Festigkeit,
  • Gehirnfunktion und Enzymproduktion,
  • Haaren und Nägeln.
  • Es wird auch als „das Verjüngungshormon“ bezeichnet
  • HGH fördert Gewichtsabnahme und Muskelwachstum
  • HGH vermindert das Risiko für Herzinfarkt,
  • Schlaganfälle und Osteoporose,
  • verjüngt Herz, Leber und Nieren,
  • fördert das Immunsystem,
  • verbessert die Sexualfunktion und psychische Funktionen.

Während des ketogenen Heilfastens ist unser Insulinspiegel kontinuierlich niedrig, da auf industriellen Zucker und Kohlenhydrate verzichtet wird. Der niedrige Insulinspiegel fördert auch die Produktion des HGH.

Nach eventueller anfänglicher schlechter Laune bemerken die meisten Fastenden eine Verbesserung ihres Gemütszustandes, die auch nach Beendigung des Fastens noch anhält.  Veränderungen des Serotonintransports im Gehirn sind verantwortlich dafür (gemäß Huther).

Dr. Michalsen konnte in einer klinischen Studie eine stimmungsaufhellende Wirkung und Besserung der Wachheit, Aufmerksamkeit bei fastenden Schmerzpatienten belegen. Es spielen dabei natürlich auch Bewegungs-, Entspannungs- und Psychotherapie eine wichtige Rolle (Quelle).

6.   Wer sollte nicht oder nur unter Beobachtung fasten?

Da der Stoffwechsel des menschlichen Körpers über sehr gute Strategien verfügt, Mangelzustände zu überbrücken, kann grundsätzlich jeder fasten. Es gibt jedoch wenige Ausnahmen, die das Heilfasten lieber unterlassen sollten (Quelle: Leitlinien zur Fastentherapie):

  • Kachexie (ausgehungerte, sehr dünne Menschen)
  • Magersucht
  • dekompensierte Schilddrüsenüberfunktion
  • fortgeschrittene Störungen der Blutversorgung des Gehirns durch Gefäßläsionen bzw. Demenz
  • fortgeschrittene Leber- oder Niereninsuffizienz
  • Schwangerschaft und Stillzeit

Risikogruppen
Bei folgenden Erkrankungen sollte immer ein/e erfahrene/r FastenarztIn die Fastentherapie begleiten.

  • Suchterkrankungen
  • Diabetes mellitus Typ I
  • Psychosen
  • bösartige Erkrankungen (z. B Krebs)
  • fortgeschrittene koronare Herzerkrankung
  • Netzhautablösung
  • Magen/Darmgeschwür

Problem Medikation während einer Fasten Therapie

  • Nicht-steroidale Antirheumatika (z.B.: Acetylsalicylsäure (Aspirin), Diclofenac (Voltaren))
  • Systemische Kortikoide (z.B.: Budesonid, Dexamethason)
  • Blutdrucksenker (insbes. Betablocker und Diuretika)
  • Antidiabetika (z.B.: Metformin, Glimeprid)
  • Hormon basierte Verhütungsmittel (eingeschränkte Wirkung)
  • Gerinnungshemmer/Blutverdünner (z.B.: Thomapyrin, Marcumar)
  • Psychopharmaka (insbes. Neuroleptika (z.B.: Risperidon, Haloperidol)
  • Antiepileptika (z.B. Valproinsäure, Topiramat)

7.   Wann Heilfasten?

Am besten im Frühling oder Herbst, Winter eher nicht da die Körpertemperatur heruntergeht und man durch das Fasten schneller friert. Die Fastenzeit zu Ostern ist eine gute Zeit. Es herrschen ideale Temperaturen. Viele fasten auch sehr gerne im Sommer. Andere wollen jedoch nicht auf Ihr Eis verzichten. Was ich auch verstehen kann. Viele nehmen sich sogar extra Urlaub, um zu fasten.

Wie und wann Ihr es für richtig haltet, sei Euch überlassen.

Fazit

Über den Sinn und Zweck des Fastens wurde immer wieder heiß diskutiert. Mittlerweile belegen immer mehr Studien die heilsamen Kräfte des Fastens, selbst in Begleitung einer Krebstherapie. Wer seinen Zellen, Körper und Geist etwas Gutes tun will, sollte ein bis zweimal jährlich längere Zeit fasten. Es täglich in sein Leben zu integrieren, mit immer kürzer werdenden Ernährungsphasen ist absolut empfehlenswert (z. B.: 16:8).

Unser Körper ist es seit Urzeiten eher gewöhnt nichts zu essen als regelmäßig, viel zu essen.

Back to the roots und einem gesunden Körper mit dem ketoveganen Heilfasten nach Dr. Dahlke.

Zu Ostern findet wieder eine Online Fasten Challenge mit professioneller Unterstützung statt. HIER KLICKEN.

Die Sharepflaume zur sanften Darmreinigung bekommt ihr HIER.

Viel Erfolg beim Heilfasten

Bleibt gesund und werdet gesund.

Eure Ines von Gesund- Vegan Leben

 

Literaturverzeichnis

https://aerztegesellschaft-heilfasten.de/informationsdienst/leitlinien-zur-fastentherapie/

https://www.arte.tv/de/videos/043980-000-A/fasten-und-heilen/

https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/mamma-karzinom/article/965053/brust-ovarialkrebs-kurzzeitfasten-macht-chemo-wohl-wirksamer-vertraeglicher.html

Huether, G., Zhou, D., Schmidt, S., Wildfang, J., Ruther, E., : long-term food restriction down- regulates the density of serotonin transporters in the rat frontal cortex. Biol Psychiatry. 1997; 41 (12; 1174-80).
Michalsen, A., Kuhlmann, MK., Ludtke, R., Bäcker, M., Langhorst, J., Dobos, G.: prolonged fasting in patients with chronic pain syndroms leads to late mode–inhancement not related to weight loss and fasting–induced leptin depletion. Nutr Neurosci. 2006; 9 (5-6: 195-200).

 

0 Shares